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Videocodierung, Codecs

 

Was ist eine Codec ?

Reine Audio- und Videodaten in unkomprimierter Form sind äußerst speicherplatzaufwendig, d.h. die Bandbreite um diese Daten zu übertragen muss sehr hoch sein. Insbesondere bei der Darstellung von Videos wären enorme Datenmengen zu verarbeiten und eine direkte Bearbeitung (in Realzeit) dieser Daten ist mit den heutigen Computer- und Netzwerksystemen und deren Kapazitäten kaum möglich.
Es mussten daher Verfahren entwickelt werden um das Audio- und Videomaterial erheblich zu reduzieren und damit eine bessere Ausnutzung der vorhandenen Bandbreiten zu erreichen.
Die entstandenen Algorithmen um Daten zu komprimieren bzw. dekomprimieren werden als Codecs (engl. „Compressor/Decompressor“, oft auch nur „Coder/Decoder“) bezeichnet. Diese werden über spezielle Hard- oder Software umgesetzt.

Funktionsweise eines Codecs

Ein Codec übernimmt die Aufgabe, die Video- (oder Audio) Rohdaten in das entsprechende Videoformat zu komprimieren. Gleichzeitig sorgt ein Codec auch wieder für die Bildschirmausgabe eines Streams.
Alle durch Codecs vorgenommenen audiovisuellen Kompressionsverfahren orientieren sich an dieser maximalen Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen. Nicht relevante Daten werden so gefiltert, dass man subjektiv keine qualitative Beeinträchtigung der Sinneswahrnehmung empfindet.
Man unterscheidet zwischen verlustfreien und verlustbehafteten Kompressions- und Dekompressionstechniken. Bei verlustfreier Kompression können die Video- bzw. Audidaten nach dem Codierungsvorgang vollständig rekonstruiert werden. Die verlustbehaftete Kompression hingegen entfernt Informationen aus dem Signal, die für die menschliche Wahrnehmung irrelevant oder weniger wichtig ist. Der Vorteil, die hohe Kompressionsrate, geht mit einem Nachteil einher: Der unwiederbringliche Verlust bestimmter Daten. Welche Informationen des Video- und Audiomaterials letztendlich irrelevant sind, hängt von der Art ihrer Anwendung ab und variiert zwischen und auch innerhalb der verschiedenen Codecs.
Der große Vorteil von Codecs ist ihre standardisierte Schnittstelle unter Windows. Jedes Windows-Programm, das die Codec - Schnittstelle unterstützt, kann auf die Kompressions- und Dekompressionsfunktionen des jeweiligen Codecs zugreifen.

Was sind Encoder und Decoder ?


Im Gegensatz dazu stehen die separaten Encoder und Decoder. Hier ist die Kompression und Dekompression in separate Programme aufgeteilt. So gibt es z.B.MPEG-1 und 2 Encoder die nur dazu verwendet werden können, MPEG-1 und -2 Videos zu erzeugen.
Ein Codec kann entweder als separate Hardware erworben werden (z.B. in Form einer PCI-Karte) oder er liegt als so genannter Soft - Codec (Software - Codec) vor.
Ein oft anzutreffender Anwenderfehler liegt darin, Dateiformate mit Codecs zu verwechseln. Ein AVI-File sagt beispielsweise noch nichts über die verwendete Kompression aus, sondern allenfalls etwas über die verwendete Multimedia-Architektur.
Standardmäßig werden inzwischen mit jedem Betriebssystem die gängigsten Audio- und Videocodecs mitgeliefert oder man kann sie meist kostenlos aus dem Internet herunterladen. Sie stammen von unterschiedlichen Herstellern und sind auch für recht verschiedene Verwendungszwecke gedacht.

  • Video - Codecs und - Encoder

    Grundsätzlich ist zu sagen, dass nur wenige der Codec - Formate in eigenen Videoformaten zu finden sind. Lediglich MPEG-1 und -2 sind in der Regel als separate Videodatei zu finden (meist Endung: mpg). Normalerweise wird das komprimierte Video in einer Art Containerformat untergebracht. Dort finden sich dann neben den Videos, die in diversen Formaten (DivX, Indeo, aber auch MPEG) kodiert sein können, auch Audiodaten in den unterschiedlichsten Ausformungen (MP2, MP3, WAV). Die beiden am häufigsten benutzen Containerformate sind zurzeit Quicktime und AVI (Audio Video Interleave) von Windows. Zwischen den Codecs der beiden Containerformate gibt es immer wieder Überschneidungen. So kann im AVI-Format ein in MPEG-4 kodierter Film gespeichert werden, ebenso in Quicktime. Leider sind AVI und Quicktime aber nicht kompatibel, weshalb für beide Formate unterschiedliche Abspielsoftware (Player) benötigt werden.
  • Die wichtigsten Codes:

1. MPEG
1.1. MPEG-1
1.2. MPEG-2
1.3. MPEG-4
1.4. MPEG-7
2. DivX, Open DivX
3. Cinepak & Indeo
4. Sorenson Video 3.1
5. Windows Media Video
6. Real Video 8


1. MPEG
Das MPEG-Verfahren (1992 von der Moving Pictures Expert Group vorgestellt) eignet sich zur Kompression von Video-, aber auch Audiodaten. Alle aktuellen MPEG-Standards verwenden dasselbe Kompressionsverfahren. Die Videodaten liegen in Form von Einzelbildern (Frames) vor.
Um einen Film zu speichern, müssen nicht in jedem Frame die vollständigen Bilddaten enthalten sein. Es genügt, über einen gewissen Zeitraum, immer nur die Unterschiede zwischen den Frames zu speichern. So ist nur etwa jedes 15. Frame ein Vollbild (Intraframe). Über die Zwischenbilder (P- und B-Frames), die sich zwischen den Intraframes befinden, kann der Decoder die Bewegungsrichtung der bewegten Bildteile berechnen und darstellen.
MPEG wurde durch die Wahl der Codierung auf asymmetrische Anwendungen (Fernseh- Technik, Multimedia-Mail, etc.) zugeschnitten, das heißt die Herstellung des digitalen Datenstroms erfordert wesentlich mehr Ressourcen als dessen Konsumierung.
MPEG ist nicht die optimale Videocodierung, allerdings ist sie der einzig internationale Konsens in diesem Bereich und findet, auch dank seiner Verwandtschaft mit den Telekommunikations-Standards (H.261, S-VHS) sowie seiner Kompatibilität zu allen CD-ROM-Formaten (CD-Interactive, CD-Video, ISO-9660) weltweite Verbreitung.
Prinzipiell kann derzeit zwischen fünf MPEG-Standards unterschieden werden: MPEG-1, MPEG-2, MPEG-4 und MPEG-7.


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1.1 MPEG-1
MPEG-1 wurde 1993 mit dem Ziel verabschiedet, für Medien mit geringer Datenrate (1 MBit/s bis 1,5 MBit/s) die Übertragung von bewegten Bildern mit zugehörigem Audiosignal bei akzeptabler Bildwiederholfrequenz und möglichst guter Bildqualität zu erreichen. Das Entwurfsziel bei MPEG-1 ist der wahlfreie Zugriff auf eine Sequenz innerhalb einer halben Sekunde, ohne das dabei merkliche Qualitätsverluste auftreten dürfen. Die Auflösung ist mit 352x288x25 relativ gering, aber für die meisten Heimanwendungen (Digitalisierung von Urlaubsvideos) sowie für den Businessbereich (Image-Videos, Dokumentation) ausreichend. Der Encode-Vorgang ist auch mittels geeigneter Hardwarekomponenten möglich.


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1.2 MPEG-2
1995 wurde MPEG-2 entwickelt und ist heute das am häufigsten angewandte MPEG-Verfahren. Dieser Standard stimmt in seiner Grundstruktur mit dem MPEG-1-Format überein.
Er kommt bei digitalem Fernsehen, Videofilmen auf DVD, SuperVideoCD und in professionellen Videostudios zum Einsatz
Durch die Skalierbarkeit der Auflösung und Datenrate in weiten Bereichen (z.B. Datenrate 2...80MBit/s) deckt MPEG-2 alle Qualitäts- und Auflösungsbereiche ab, weist jedoch einen relativ hohen Speicherplatzbedarf auf.


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1.3 MPEG-4
Dieser MPEG-Standard wurde 1999 verabschiedet. Entwicklungsziel war es, eine möglichst hohe Videoqualität bei niedrigen Datenraten im Bereich zwischen 10KBit/s und 1MBit/s zu erreichen und somit die Vorteile von MPEG-1 (kleine Dateigröße) und MPEG-2 (sehr gute Bildqualität) zu vereinen.
MPEG-4 gliedert den Bildinhalt in eigenständige Objekte, um sie gezielt anzusprechen oder weiter zu verarbeiten. Der Standard kommt beispielsweise bei der Videoübertragung über das Internet zum Einsatz und weist eine sehr hohe Qualität der Kompression auf.


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1.4 MPEG-7
MPEG-7 (formelle Bezeichnung: Multimedia Content Description Interface) zählt zu den neuesten Verfahren und stellt einen Standard zur Beschreibung von Multimedia-Daten dar, der unabhängig von den anderen MPEG-Standards eingesetzt werden kann. Gespeichert werden Metadaten zur Ergänzung anderer MPEG kodierter Quellen als eigene Spur. MPEG-7 ist somit kein Kompressionsverfahren.


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2. DivX, Xvid
DivX ist ein Video–Codec für AVI–Videos und baut auf MPEG-4 auf. Die Daten werden dabei stark komprimiert und die Videodatei ist dadurch auch kaum mehr vom Original zu
unterscheiden. Die Bitrate ist skalierbar, um so den optimalen Bereich zwischen Qualität und Speicherumfang zu finden. So lassen sich MPEG2 – Dateien (z.B. DVD oder digitales Fernsehen) auf rund 10% der Originalgröße komprimieren, VHS –Videos dagegen sogar auf bis zu 1% der Originalgröße.
DivX war bis einschließlich zur Version 4 leider nicht zum MPEG-4 Standard kompatibel, jedoch basierte es darauf. Mit seiner neuesten Weiterentwicklung Xvid steht ein weiterer sehr guter und vor allem zu MPEG-4 kompatibler Codec zur Verfügung. Diese Kompatibilität ist wichtig, um die mit DivX komprimierten Filme auf MPEG-4 fähigen DVD-Playern abzuspielen.
Das Containerformat ist in der Regel AVI, aber auch das Quicktime-Format kommt zum Einsatz.


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3. Cinepak & Indeo
CinePak ist ein Standardcodec für AVI-Dateien auf den Windows-Systemen, der ursprünglich für QuickTime entwickelt wurde. Dieser Codec komprimiert Videodaten, indem wenige vollständige Bilder (Keyframes) einer Animation oder eines Videos in eine größere Menge von Differenzbildern (Delta Frames) eingebunden werden.
Auch der Indeo-Codec ist im Containerformat AVI untergebracht. Er wurde für Intel-Prozessoren entwickelt, aber arbeitet auch als reine Softwarelösung sehr effizient.
Beide Codecs bieten gute Kompressionsqualität, erzeugen allerdings relativ große Dateien.


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4. Sorenson Video 3.1
Dieser Codec ist integriert im Quicktime-Player von Apple und ist somit nicht im Windows-Betriebssystem enthalten. Es ist leistungsstarker Codec im Web-Video-Bereich, der eine ausreichende bis gute Qualität der Kompression aufweist.


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5. Windows Media Video
Mit diesem Codec erstellte Dateien besitzen die Endung WMV und können nur mit dem Windows Media Player betrachtet werden. Der Codec ist sehr gut für Web-Videos geeignet, da er relativ hohe Kompressionsraten erlaubt. Die Bitrate reicht bis ca. 2 Mbit/s und die Qualität der (verlustbehafteten) Kompression kann als gut bis sehr gut eingeschätzt werden.


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6. Real Video 8
Es handelt sich hierbei um ein proprietäres und nicht offengelegtes Verfahren von Real Networks. RM (Realmedia) – Dateien können als Standard im Web für (Live-) Streaming bezeichnet werden. Die Empfangssoftware (Real Player) ist frei erhältlich und für die meisten modernen Web-Browser bereits als Plugin integriert. Das Verfahren ist sehr effizient und kann niedrige Video-Auflösungen bereits mit Modem-Verbindungen von 14kBit/s übertragen.

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Quellen: